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Cannabis auf Teneriffa, Spanien
Club-Razzien, Las Verónicas & was Besucher wissen müssen

📅 September 2026 ⏱ 5 Min. Lesezeit 🔍 Zuletzt geprüft: September 2026
Strandpromenade von Playa de las Américas, Teneriffa, Spanien

Überblick

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln und ein Ganzjahresziel. Die meisten Urlauber wohnen im Süden: in Playa de las Américas, Los Cristianos und Costa Adeje. Die Hauptstadt Santa Cruz sieht deutlich weniger Besucher. In den Ferienorten werben Cannabis-„Clubs“ offen, und an der Promenade sprechen Straßenverkäufer Touristen an – viele schließen daraus, Cannabis sei hier legal. Das ist es nicht.

Das Wichtigste vorab: Cannabis an einem öffentlichen Ort kostet auf Teneriffa ab 601 € Bußgeld, und genau die Clubs, in denen Touristen einfach hereinkommen und kaufen können, sind 2026 Ziel von Polizeirazzien.

Die aktuelle Rechtslage

Auf den Kanaren gilt spanisches Recht. Artikel 368 des Strafgesetzbuchs stellt Anbau, Verkauf und Weitergabe unter Strafe, nicht aber den Eigenkonsum. Die Weitergabe von Cannabis wird mit 1 bis 3 Jahren Haft bestraft; in schweren Fällen – organisierte Gruppen, große Mengen, Abgabe an Minderjährige – drohen 3 bis 4,5 Jahre, in den schwersten Fällen mehr (Art. 369–370).

Besitz oder Konsum in der Öffentlichkeit fallen unter Artikel 36.16 des Organgesetzes 4/2015 (die „Ley Mordaza“): ein schweres Verwaltungsdelikt mit einem Bußgeld von 601 bis 10.400 € in der untersten Stufe und theoretisch bis zu 30.000 €. Das Cannabis wird immer beschlagnahmt, egal wie wenig es ist.

Die Kanaren haben kein Gesetz, das Cannabis-Vereine regelt. Die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs duldet nur geschlossene, nicht gewinnorientierte Gruppen bestehender Konsumenten; ein Club, der Touristen sofort aufnimmt, gilt als Drogenumschlagplatz. Am 12. Mai 2026 durchsuchten mehr als 120 Beamte der Policía Nacional 21 Objekte und nahmen 34 Personen eines Netzwerks fest, das acht Cannabis-Vereine im Süden zum Drogenverkauf nutzte.

Auf der Straße konzentrieren sich die Kontrollen auf die Ausgehviertel von Arona. Am 18. und 19. September 2026 durchkämmten rund 155 Beamte die Goldene Meile von Playa de las Américas und die Partymeile Las Verónicas: 494 Personen kontrolliert, sechs Festnahmen, 40 Anzeigen nach dem Gesetz zur öffentlichen Sicherheit.

Medizinisches Cannabis gibt es nur über das Königliche Dekret 903/2025: Verschreibung durch Fachärzte, Abgabe über Krankenhausapotheken. Für Touristen ist das kein Weg.

Realistische Folgen

Wer mit ein, zwei Gramm am Strand von Los Cristianos oder auf einer Straße in Las Verónicas erwischt wird, verliert in der Regel das Cannabis, muss sich ausweisen und erhält eine förmliche Anzeige. Danach folgt ein Bußgeld, üblicherweise nahe dem Minimum von 601 €; wer zügig zahlt, spart 50 %.

Strafrechtlich wird es durch die Umstände: mehrere kleine verpackte Portionen, Bargeld, Teilen mit Freunden oder die Anwesenheit in einem Club während einer Razzia. Bei der Razzia gegen zwei Vereine im Süden im August 2024 gab die Polizei an, der Verkauf habe sich vor allem an Touristen gerichtet. Wer bei Straßenverkäufern kauft, steht zudem direkt neben Leuten, gegen die die Polizei gezielt ermittelt. Ausländer erhalten keinen Bonus.

📡 Regulierungs-Radar

  • 18.–19. September 2026: Einsatz der Policía Nacional mit rund 155 Beamten an der Goldenen Meile und in Las Verónicas – 494 Personen kontrolliert, 6 Festnahmen, 40 Anzeigen.
  • Juni 2026: Guardia Civil und Policía Nacional zerschlagen ein Haschisch-Netzwerk zwischen den Kanaren und dem Festland – 25 Festnahmen, über 7.500 kg beschlagnahmt, davon 800 kg auf Teneriffa.
  • 12. Mai 2026: 34 Festnahmen bei einem Einsatz gegen ein Netzwerk, das acht Cannabis-Vereine im Süden Teneriffas nutzte; eine große Plantage in Güímar ausgehoben.
  • 2026: Die Reform der Ley Mordaza, die Bußgelder für Besitz auf 100–500 € senken würde, steckt im Kongress fest. Das Minimum von 601 € gilt weiter.

Öffentliche Meinung

Das kanarische Parlament hat Forderungen nach einer landesweiten Regelung von medizinischem Cannabis und Cannabis-Vereinen unterstützt. Vor Ort drängen Anwohner im Süden Teneriffas jedoch auf mehr Polizei, nachdem Raubüberfälle und Gewalt rund um Las Verónicas zugenommen haben. Spanienweit ergab die jüngste CIS-Umfrage zur Legalisierung für den Freizeitgebrauch (April 2021) 49,7 % Zustimmung und 40,9 % Ablehnung.

Praktische Tipps für Besucher

Konsumieren Sie kein Cannabis an Stränden, Promenaden oder Terrassen. Playa de las Américas, Los Cristianos, Costa Adeje und Santa Cruz sind öffentliche Orte. Das Bußgeld beginnt bei 601 €, das Cannabis wird beschlagnahmt.

Werden Sie als Tourist nicht Mitglied in einem „Cannabis-Club“. Ein Club, der Sie bei Ankunft aufnimmt, bietet keinen rechtlichen Schutz – und Sie können gerade drin sein, wenn die Polizei kommt.

Ignorieren Sie Straßenverkäufer und Schlepper. Angebote an der Promenade oder in Las Verónicas stammen aus den Dealer-Netzwerken, gegen die die Polizei vorgeht. Wer kauft, gerät mitten in deren Einsätze.

Nehmen Sie kein Cannabis mit zum Flughafen Teneriffa Süd oder Nord. Die Mitnahme ins Ausland ist Schmuggel. Weil die Kanaren außerhalb des EU-Mehrwert- und Verbrauchsteuergebiets liegen, gelten bei Flügen nach Deutschland und Großbritannien Zollfreimengen, und der Zoll kontrolliert am Zielflughafen.

Fahren Sie nach Cannabiskonsum nicht Auto. Ein positiver Drogentest am Straßenrand bedeutet 1.000 € Bußgeld und 6 Punkte – unabhängig davon, ob Sie tatsächlich beeinträchtigt sind.

Zahlen oder widersprechen Sie förmlich. Eine Barzahlung vor Ort gibt es nicht. Wer zügig zahlt, halbiert das Bußgeld.

Weitere Leitfäden: Ibiza · Madrid · Marbella (EN) · Málaga (EN)

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