⚖️ Rechtsstatus auf einen Blick — Porto, Portugal
Überblick
Porto ist Portugals zweitgrößte Stadt und ein beliebtes Ziel für Wochenendtrips. Das touristische Leben konzentriert sich auf engem Raum: die Uferpromenade der Ribeira, die Straßen um den Bahnhof São Bento und die Barmeile der Galerias de Paris und der Rua de Cândido dos Reis. Wie im Rest Portugals ist der Besitz von Cannabis entkriminalisiert, nicht legalisiert: Eine kleine Menge ist eine Ordnungswidrigkeit, Verkauf und Anbau sind Straftaten.
Entscheidend ist in Porto 2026 die Straße. Gruppen, die Touristen in der Baixa falsches „Haschisch“ verkaufen, treten aggressiver auf, und nach Gewalt im Ausgehviertel in diesem Sommer führte die PSP eine Razzia im Gebiet der Galerias durch.
Die aktuelle Rechtslage
Gesetz 30/2000 macht Kauf, Besitz und Konsum von Drogen zum Eigenverbrauch bis zu einem 10-Tage-Vorrat zur Ordnungswidrigkeit. Für Cannabis setzen die Referenzdosen der Portaria 94/96 das bei etwa 25 g Kraut oder 5 g Haschisch an. Zuständig ist eine Kommission zur Abschreckung von Drogenabhängigkeit (CDT), kein Gericht. Nicht abhängigen Cannabiskonsumenten droht ein Bußgeld von etwa 25 bis 150 €, eine Verwarnung oder eine andere nicht-finanzielle Sanktion.
Mit Gesetz 55/2023, in Kraft seit dem 1. Oktober 2023, ist mehr als ein 10-Tage-Vorrat nur noch ein Indiz für Drogenhandel und keine automatische Straftat. Erkennt ein Gericht an, dass die Drogen nur für den Eigenbedarf bestimmt waren, geht der Fall an eine CDT zurück.
Verkauf ist Drogenhandel nach Artikel 21 des Gesetzesdekrets 15/93: 4 bis 12 Jahre Haft, bei minder schwerem Handel nach Artikel 25 1 bis 5 Jahre. Eigenanbau ist nach Artikel 40 eine Straftat. Medizinisches Cannabis gibt es nur als von Infarmed zugelassene Produkte in Apotheken auf Sonderrezept (Gesetz 33/2018).
Portos Drogenkonsumraum, seit August 2022 neben der Siedlung Pasteleira in Betrieb, ist ein Gesundheitsangebot für Drogenabhängige und kein Ort, an dem Besucher Cannabis konsumieren können. Im April 2026 kündigte die Stadt den Umzug auf ein größeres Gelände der ehemaligen Siedlung Aleixo an.
Realistische Konsequenzen
Wird ein Tourist mit ein, zwei Gramm erwischt, beschlagnahmt die PSP in der Regel das Cannabis, nimmt die Personalien auf und gibt den Fall an eine CDT weiter. Ernst wird es, wenn Sie mehr als 25 g dabeihaben, die Menge in Tütchen abgepackt ist, Sie viel Bargeld mit sich führen oder bei der Übergabe beobachtet werden. Jeder dieser Punkte kann aus einer CDT-Meldung ein Verfahren wegen Drogenhandels nach Gesetzesdekret 15/93 machen.
Das größere Risiko ist, wo und bei wem Sie kaufen. Bei einem Einsatz Ende August 2026 im Ausgehviertel der unteren Altstadt identifizierte die PSP 21 Personen, nahm zwei fest und beschlagnahmte 170 Dosen Cannabis. Wer um 2 Uhr nachts in der Rua de Cândido dos Reis kauft, steht genau im Zielgebiet dieses Einsatzes und bekommt sehr wahrscheinlich eine Fälschung.
📡 Regulierungs-Puls
- April 2026: Portos Bürgermeister Pedro Duarte kündigt an, dass der Konsumraum von Pasteleira auf das Aleixo-Gelände umzieht, voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026. Ein zweiter Raum für den Osten Portos wird geprüft.
- 15. August 2026: Eine Gruppe greift im Gebiet der Galerias sechs Touristen an, später werden zwei Sicherheitsleute mit einem zerbrochenen Glas attackiert.
- 21. August 2026: Portugiesische Medien berichten über eine Gruppe von rund 30 Personen, die Touristen in der Baixa do Porto falsche Drogen aufdrängt und Ablehnende bedroht oder angreift.
- Ende August 2026: PSP-Einsatz im Ausgehviertel der Galerias. Bürgermeister Pedro Duarte fordert mehr Polizeipräsenz in der Rua de Cândido dos Reis.
- 18. September 2026: Innenminister Luís Neves kündigt einen neuen Betrugstatbestand an, der als Offizialdelikt verfolgt wird und sich gezielt gegen den Verkauf falscher Drogen richtet.
Öffentliche Meinung
Die Entkriminalisierung selbst ist kaum umstritten: Im Januar 2025 stimmten alle Parteien im Parlament außer Chega gegen einen Entwurf, der öffentlichen Drogenkonsum unter Strafe stellen sollte. In Porto dreht sich die Debatte um öffentliche Ordnung und Schadensminderung. Der Bürgermeister will mehr Polizei im Ausgehviertel; Oppositionspolitiker im Stadtrat kritisieren, der Umzug des Konsumraums sei ohne Studien beschlossen worden. Eine aktuelle Umfrage speziell zu Cannabis in Porto gibt es nicht.
Praktische Hinweise für Besucher
Verwechseln Sie „entkriminalisiert“ nicht mit „legal“. Besitz und Konsum bleiben Verstöße. Die Polizei beschlagnahmt Ihr Cannabis und zeigt Sie an, und legal kaufen können Sie es in Porto nirgends.
Gehen Sie bei jedem Straßenangebot um São Bento, in der Baixa und an der Ribeira weiter. Das „Haschisch“ ist in der Regel gepresster Lorbeer, und die Verkäufer haben Touristen, die ablehnten, bedroht und angegriffen.
Kaufen Sie nichts auf der Barmeile der Galerias de Paris. Sie war im August 2026 Ziel eines PSP-Einsatzes, und die Stadt drängt auf mehr Polizei vor Ort.
Bleiben Sie unter 25 g Kraut oder 5 g Haschisch und geben Sie nichts weiter. Eine Überschreitung der Grenze oder die Weitergabe an andere macht aus einer Ordnungswidrigkeit ein Ermittlungsverfahren wegen Drogenhandels.
Nehmen Sie kein Cannabis über den Flughafen Francisco Sá Carneiro mit. Die Entkriminalisierung gilt nur für den Besitz innerhalb Portugals. Drogen ein- oder auszuführen, wird in Portugal und im Zielland als Handel behandelt.
Bleiben Sie ruhig und zeigen Sie Ihren Ausweis, wenn die PSP Sie anhält. Wer diskutiert, wegläuft oder sich nicht ausweist, macht aus einer CDT-Meldung eine Festnahme.

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