⚖️ Rechtsstatus auf einen Blick — Seoul, Südkorea
Überblick
Seoul zieht Millionen Besucher mit K-Pop, Essen und dem Nachtleben in Itaewon, Hongdae und Gangnam an. Cannabis gilt nach koreanischem Recht als Betäubungsmittel, eine Eigenbedarfsgrenze gibt es nicht, und Ausländer werden genauso verfolgt wie Koreaner.
Das größte Risiko für die meisten Besucher ist nicht der Kauf in Seoul, sondern die Anreise mit einem THC-Vape, Gummis oder CBD-Öl, die zu Hause legal sind. Korea wertet das Mitbringen von Cannabis als Einfuhr, eines der schwersten Drogendelikte im Gesetz – ob absichtlich oder nicht.
Aktuelle Rechtslage
Maßgeblich ist das Betäubungsmittelkontrollgesetz (Narcotics Control Act, 마약류 관리에 관한 법률). Für das Rauchen oder Konsumieren von Cannabis sowie den Besitz zu diesem Zweck drohen bis zu 5 Jahre Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 50 Millionen Won (Art. 61 Abs. 1). Verkauf, Annahme oder Weitergabe werden mit mindestens 1 Jahr bestraft (Art. 59 Abs. 1). Für Ein- oder Ausfuhr bzw. Besitz zu diesem Zweck drohen 5 Jahre bis lebenslang (Art. 58 Abs. 1).
CBD bietet keinen Ausweg. Der koreanische Zoll (Korea Customs Service) warnt, dass Produkte mit THC oder CBD, darunter Öle, Gummis, Schokolade und Vape-Kartuschen, an der Grenze beschlagnahmt und strafrechtlich verfolgt werden können – auch wenn sie im Ausland legal gekauft oder verschenkt wurden.
Koreanische Staatsbürger sind auch im Ausland an das Gesetz gebunden. Im Mai 2024 warnte das Justizministerium, dass Kiffen in Ländern wie Kanada, Thailand oder Deutschland in Korea verfolgt werden kann. Ausländische Besucher werden für Taten in Korea belangt, und Haar- oder Urintests sind übliche Beweismittel.
Medizinisches Cannabis ist seit März 2019 erlaubt, aber nur in Form weniger zugelassener Importarzneien wie Epidiolex, Sativex, Marinol und Cesamet, die koreanische Patienten über das Korea Orphan & Essential Drug Center erhalten. Ein ausländisches Rezept oder ein Cannabis-Patientenausweis erlaubt keine Einfuhr.
Realistische Folgen
Beschlagnahmen und verwarnen gibt es nicht. Wer mit Cannabis erwischt wird, bekommt ein Strafverfahren. Die Polizei kann Verdächtige 48 Stunden festhalten, mit richterlichem Haftbefehl kann die Haft vor der Anklage bis zu etwa 30 Tage dauern. Auch ohne Haft erhalten Ausländer in der Regel eine Ausreisesperre bis zum Abschluss der Ermittlungen. Strafverteidiger berichten, dass Ersttäter mit kleinen Mengen teils ein Absehen von der Anklage erreichen – das hängt aber vom Einzelfall und von einem Anwalt ab, und Unwissenheit überzeugt selten.
Die zweite Strafe ist die Ausweisung. Nach geltendem Recht kann ein Ausländer, der zu einer Freiheitsstrafe, auch zur Bewährung, verurteilt wird, ausgewiesen werden, meist mit Einreisesperre. Ein Gesetzentwurf vom Juli 2026 würde dies auf Ausländer ausdehnen, die nur eine Geldstrafe erhalten. Auch das Ausmaß zählt: 2025 wurden an koreanischen Flughäfen 623 Drogenfunde registriert, 592 davon in Incheon, gegenüber 112 im Jahr 2022. Der Zoll zählte zudem 234 Cannabisfunde, etwa dreimal so viele wie 2024 (80).
📡 Regulation Pulse
- August 2025–Januar 2026: Eine Polizeiaktion gegen Clubs, Onlinehandel und ausländische Communities führt zu 6.648 Festnahmen, darunter 1.113 Ausländer; 149 kg Cannabis werden beschlagnahmt.
- Juni 2026: Der Zoll meldet für 2025 einen Rekord von 3.318 kg beschlagnahmter Betäubungsmittel an der Grenze, mehr als das Vierfache von 2024, und verschärft die Frachtkontrollen.
- 3. Juli 2026: Ein Gesetzentwurf soll die Ausweisung von Ausländern ermöglichen, die für Drogendelikte nur zu einer Geldstrafe verurteilt werden.
- 3. August–31. Oktober 2026: Eine landesweite Sonderaktion richtet sich gegen Drogenkonsum in Bars und Clubs sowie gegen Schmuggel und deckt Chuseok und Halloween ab.
Öffentliche Meinung
Die Koreaner stehen klar hinter dem Verbot. In einer Umfrage von Hankook Research unter 1.000 Erwachsenen im Dezember 2022 befürworteten nur 12 % die Legalisierung von Freizeitcannabis, 82 % lehnten sie ab. Mit 23.403 ermittelten Drogentätern im Jahr 2025 drängen Öffentlichkeit und Politik auf mehr Kontrollen, nicht auf weniger.
Praktische Hinweise
Durchsuchen Sie vor dem Flug nach Korea jede Tasche. Ein vergessener Vape-Pen, ein Gummi oder ein Joint gilt als Einfuhr – Strafrahmen 5 Jahre bis lebenslang.
Lassen Sie CBD-Öl, CBD-Gummis und Hanf-Snacks zu Hause. Korea behandelt sie unabhängig vom THC-Gehalt als Cannabis.
Kaufen Sie kein Cannabis in Clubs in Itaewon, Hongdae oder Gangnam oder über Telegram. Das Nachtleben steht im Fokus der aktuellen Razzien, und Käufer werden ebenso verfolgt wie Verkäufer.
Bestellen Sie keine Cannabisprodukte ins Hotel oder Airbnb. Der Zoll prüft internationale Post- und Kuriersendungen, und ermittelt wird gegen den Empfänger.
Hören Sie lange vor der Reise mit dem Konsum auf. Die Polizei setzt Haar- und Urintests ein, und ein positives Ergebnis nach der Ankunft kann Ermittlungen auslösen.
Verlangen Sie bei einer Festnahme sofort Ihre Botschaft und einen Anwalt. Unterschreiben Sie keine koreanische Aussage, die Sie nicht lesen können, und rechnen Sie mit einer Ausreisesperre bis zum Abschluss des Verfahrens.
Weitere Leitfäden: Tokio · Singapur · Bangkok (Englisch)

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